Böhmisches Museum des Silbers - zurück auf homepage

HRÁDEK

Fast seit sieben Jahrhunderten sieht ins Tal herum, durch das das Flüsschen Vrchlice durchfließt, ein Zeitgenosse des Beginns der Stadt Kuttenberg - Hrádek. Er stand hier wahrscheinlich schon bevor, als "Silberfieber" in hiesiges Gebiet Unternehmer und Abenteuer anlockte, und ließ so die Bergstadt entstehen. Es handelte sich um zweite bedeutendste Stadt im Land, gleich nach Prag.

An der Wende des 13. und 14. Jhr. wurde zu Hrádek noch ein befestigtes Gehöft angeschlossen, das für Zwecke des neugegründeten zentralen Königsmünzhauses (Welscher Hof) gebaut wurde. Aus der Zeit des ersten Viertels des 14. Jhr. stammen die ersten schriftlichen Nachrichten über Hrádek. Damals stand weder die Jakobskirche mit ihrem typischen hohen Turm, noch die Kathedrale der heiligen Jungfrau Barbara. Es sollten noch einige Jahrhunderte ablaufen, bis das Kuttenberger Panorama über dem Flüsschen Vrchlice mit einer langen Silhouette des barocken Jesuitenkollegiums beendet wurde. Das Gebäude von Hrádek erwartete ein langes und vielfältiges Schicksal.

Hölzernes und wahrscheinlich befestigtes Fest wurde zu einem steinernen Palast des städtischen Typs umgebaut, der in den Besitz des Lieblings von Wenzel II.- Herrn Wenzel von Donín kam. Es ereignete sich in der Zeit, wann auch der Böhmische König im Kuttenberger Münzhaus seinen Herrschersitz erbaut hat. Obwohl die Brände der Stadt in den Jahren der Hussitenrevolution die meisten schriftlichen Nachrichten aufgesogen haben, es ist sicher, dass Hrádek zu einem monumentalen Sitz verändert wurde und mit seinem dreistöckigen Turm und hohen Giebeln dominierte er unter der anderen Steinbebauung.

Seine Besitzer, die wirklichen und auch die, die ihn als Pfand der Schulden erhielten, änderten sich. In Hrádek lebten die Familien der Königslieblinge, Königs- und Bürgerbeamten und die Familien der neureichen Erzkäufer. Unter ihnen wurde am berühmtesten ein Händler mit Erz und Kupfer, Besitzer der Gruben und einiger Bürgerhäuser, Jan Smíšek aus dem weitverzweigten Geschlecht der Herren von Vrchovištì. Bis heute bewundern wir künstlerische Steinausschmückung mit Bergmotiven und auch gemalte Decken, die zum ersten Ausdruck der Renaissancezeit im Böhmen gehören. Diese entstanden während der hochauffassenden Bebauung von Hrádek in der Zeit des Königs Vladislav Jagello (1471 - 1516). Es war offensichtlich heimlich und illegal geschmolztes Silbererz und rücksichtslose Transaktionen, die Herrn Smíšek diese ungewöhnlichen Investitionen in seinen Besitz ermöglichten.

Hrádek wurde damals ein wirklich prunkvoller Palast mit großen Sälen, mit dem Turm, Erker und der Kapelle. Obwohl vieles von dieser gotischen Gestalt bei den nächsten Besitzern, vor allem den Jesuiten, zugrunde ging (z. B. große Relieftafel über dem Portal in den Schmaussaal oder hohe gotische Dächer mit den Giebeln mit der Fialeausschmückung), bleibt bis heutige Tage soviel erhalten, dass Hrádek ohne Übertreibung als ein von reinerstem Ausdruck der Böhmischen Gotik bezeichnet werden kann, der mit Umbauten nicht eingegriffen wurde.

Es verging lange Zeit, während der die Säle von Hrádek von den Klassenzimmern des Jesuitengymnasiums zu den Klassen der Hauptschule und des Lehrinstituts verwandelt wurden. Im Jahre 1910 wurde Hrádek von der Stadt mit der Absicht gekauft, ihn zu restaurieren und dort ein Museum zu errichten. Diese Absicht begann erst nach dem 2. Weltkrieg realisiert zu werden. Im Gebäude wurde endlich das Museum seinen Wohnsitz genommen und in den Sälen wurde die Exposition des Bergmuseums geöffnet. Die zukunftsreiche Entwicklung dauerte aber nur bis Beginn der 70. Jahre. Damals wurde die Museumsexposition damit geschlossen, dass Hrádek eine neue Etappe der Rekonstruktion durchmachen muss. Fast 20 Jahre waren dann die Interieurs von Hrádek geschlossen und auf die Beendung der Hauptrekonstruktionsarbeiten warteten bis zur Hälfte der 90. Jahre.

Mit der Öffnung der neuen Exposition "Böhmisches Museum des Silbers" kehrte in die Burgsäle die Atmosphäre der berühmten Zeit der Kuttenberger Prosperität zurück und Hrádek begann sein vergessenes kulturhistorisches Prestige wieder zurück zu gewinnen. Die inoffizielle Premiere der Öffnung der neuen Museumsexposition "Böhmisches Museum des Silbers" im rekonstruierten ersten Stock fand im März 1996 für den geehrten Besuch, Prinz Philip, Herzog von Edinburgh statt. Als ob wäre dieses Ereignis der Anfang des neuen an gesellschaftliche Begebenheiten reichen Lebens von Hrádek. In die Säle des Museumsführungsrundgangs wurden die wertvollsten Museumsexponate zurückgegeben, die über Geschichte der Silberstadt aussagen. Diese Stadt stellte eine ökonomische Basis des Böhmischen Königreichs dar. Wieder ertönen hier Konzerte, kehrte das Treiben der Bankette zurück, wechseln festliche und diplomatische Treffungen ab, und die Presskonferenzen werden neugehalten.

Fast keine bedeutende Begebenheit und keinen Besuch der Stadt konnte ohne Kuttenberger "Hrádek an Vrchlice" realisiert werden. Hrádek wurde ein Ziel nicht nur der diplomatischen Besuche, sonder auch vieler Touristenbesucher. Seine Interieurs mit der Museumsexposition sehen sich im Durchschnitt 40.000 Besucher pro Jahr an. Sie werden auch von zahlreichen vielfältigen Ausstellungen gezogen. Jedes Jahr werden im Durchschnitt fünf bis sechs Ausstellungen in den Ausstellungssälen stattgefunden. Und nicht nur das, unter die Gotikgewölbe und die gemalten Decken werden im stilisierten Programm der neugeführten Tradition des sog. Herbstlichen Smíšeksfestes auch die Person Herrn Jan Smíšek selbst mit seiner Familie und damalige Bevölkerung des jagellonischen Kuttenbergs zurückgekehrt. Mit einer gewaltlosen und amüsanten Form kehrten Gäste dieses historischen Balls in die Zeit zurück, wann Kuttenberger Unternehmer reiche Gönner der Kultur und des Bauwesens waren. Die Gönner wollten selbst auf solche Weise enges Verhältnis zu ihrer Stadt und zum Interesse für ihre Denkmäler gewinnen.

Bildgalerie

Zurück