Böhmisches Museum des Silbers - zurück auf homepage

Steinernes Haus

Steinernes Haus stellt nicht nur im Gebiet von Kuttenberg, sondern auch im Kontext der ganzen böhmischen Architektur ein außergewöhnliches Werk vor.

Steinernes Haus trieb dank seiner Bedeutung und auch der Grundrisslage über Maß eines gewöhnlichen Bürgerhauses hinaus. Es stellt eine Unikatprobe der Patrizierarchitektur der Spätgotik dar. Es handelt sich um jene Zeit, wann wir uns mit dem Durchdringen aller Kunstgebiete von Architektur zur angewandten Kunst treffen. Mit dem Beinamen "steinernes" wurde es zum ersten Mal im Jahre 1660 genannt. Seine heutige Gestalt ist Ergebnis einiger Bauentwicklungsetappen. Auf die ursprünglichen vorhussitischen Grundlagen, die heute die Kellerräume und Teile des Erdgeschosses belegen, wurden um das Jahr 1489 zwei Stockwerke und der Giebel angebaut. Der damalige Besitzer war ein bedeutender Bürger Prokop Kroupa. Der Giebel wurde Träger eines einigen plastischen Dekorationsprogramms (wahrscheinlich Meister Brikcius), das nach dem Jahr 1491 entstand und zeugt bis heute von einer Außergewöhnlichkeit des Objekts. Der Umbau im Jahre 1839 änderte wesentlich das Interieur ab. Puristische Restauration des Steinernen Hauses an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert unter der Leitung von Ludwig Labler versuchte, den ursprünglichen Stand der Disposition vor dem Jahr 1839 zu restituieren. Am Portal wurde das Gros der steinernen mittelalterlichen Dekoration gewechselt und durch die Kopien von Bildhauern J. Kastner, J. Èapek, J. Uzel u. a. ersetzt. Heute finden wir Steinernes Haus als einen wertvollen Beleg für die Restaurationsmethodik Wende des 19. und 20. Jhrs.

In Gegenwart gehört das Haus der Stadt und seit dem Beginn des 20. Jhr. dient es als Gebäude für Zwecke des Museums. In den Jahren 1997 - 1999 verlief umfassende Rekonstruktion des Denkmals, die in zwei Etappen geteilt wurde: die Renovierung des Gehäuses und Renovierung des Interieurs.

Der Stand des Gebäudegehäuses war vor der Aufnahme der Rekonstruktion sehr unerfreulich. Ins Objekt drang stark das Wasser, die Fenster waren unfunktionell und morsch, die Glassfüllungen waren sehr beschädigt. Der Putz der Seitenwände fehlte zum größten Teil, die Front einschließlich der steinernen Dekoration degradierte stark. Die Absicht der Rekonstruktion bestand darin, das Dach, den Dachstuhl, den Putz, die Fenster und die steinerne Dekoration zu erneuern. Im Jahre 1998 fingen die Renovierungsarbeiten des Interieurs des Steinernen Hauses an. Es handelte sich um den Wiederaufbau der ganzen unfunktionellen Elektroinstallation und Beheizung des Objekts. Der innere Putz wurde herrichtet, der ursprüngliche Fußboden wurde erneuert und die Steinelemente im Interieur wurden restauriert. Bei den Beendungsarbeiten dachte man an die festliche Beleuchtung des Hauses.

Das beendete Objekt wurde im Herbst 1999 zurück dem Bezirksmuseum übergeeignet, damit es die Installation der neuen repräsentativen Exposition schnellstens in Angriff nahm. Nach der mehrjährigen Rekonstruktion wurden bedeutende Expositionsräume des Museums den Besuchern wieder zugänglich gemacht. In den Sälen in drei Stockwerken ist neue Ständigexposition situiert, die auf jüngere Geschichte von Kuttenberg und v. a. auf das Kunsthandwerk in Kuttenberg vom 17. bis 19. Jhr. orientiert ist.

Die Grundlage der Exposition bilden v. a. neue Exponate aus den Museumssammlungen, die bisher noch nicht repräsentiert wurden. Deshalb machten diese in den vergangenen Jahren anspruchsvolle Konservierung und Restaurierung durch. Die Exposition nähert Kuttenberg, der im Folge der Erschöpfung des Hauptreichtums der Silberbergwerke allmähliche Umwandlung von der bedeutenden Königbergstadt in die Provinzstadt erlebte. Es geschah im Laufe der drei erwähnten Jahrhunderte. Trotzdem gehörte Kuttenberg zu den prominentesten Städten in Böhmen. Ein Teil der Exposition ist den Zünften gewidmet. Sie macht die Besucher mit der Handwerkorganisation bis Hälfte des 19. Jhrs. vertraut. Weiter dann stellt sie Zunftgegenstände, Dokumente und Arbeiten hiesiger Meister vor. Der eingerichtete Bürgersalon und die ausgestattete schwarze Küche erweckten Atmosphäre des Lebens des reicheren Handwerk- oder Beamtenhaushalts. Die Ausstattung des Bauernhauses erinnert an das unwegdenkbare wirtschaftliche Hinterland der Stadt. Das geistliche Leben der Stadt, das mit der Barockkunst vereinigt ist, nähern Bilder, Plastiken oder alte Drucke. Es ist im Teil der Exposition zu finden, der v. a. der Tätigkeit der Kircheorden in Kuttenberg gewidmet ist. Die Kulturentwicklung der Gesellschaft in der Zeit, wann sich unsere nationale Wiedergeburt abspielte, ist v. a. in Vorstellung der Persönlichkeiten festhalten. Diese Persönlichkeiten wirkten bedeutungsvoll im gesellschaftlichen Geschehen.

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